Journey through paradise
Tasmanien - Under Down Under

Mittwochabend ging unser Flieger mit der australischen Billig Airline „Tiger Airways“ nach Hobart/Tasmanien. Die Tigers sind dafür bekannt, dass es immer Verspätungen gibt und auch gern mal ein Flug gecancelt wird. Beim Hinflug ging aber alles gut. Spätabends sind wir in Hobart gelandet und mit dem Shuttle ins Hostel gefahren mit dem guten Vorsatz einen Reisepartner für die nächsten Tage zu finden. Am besten einen, der älter als 21 ist, damit man ein Auto mieten kann. In unserem Zimmer hatten wir dann eine 27-jährige Französin, die sogar interessiert dran war. Im Endeffekt war sie aber doch seltsam und wollte eigentlich einfach nur einen Job finden, statt zu reisen, und deswegen haben wir uns gegen sie entschieden. Das Hostel für unsere erste Nacht „Nararra Backpackers“ war ziemlich gemütlich. Die Leute waren total lieb und es war billig. Wir haben mal wieder Glück gehabt: Wir buchen nämlich immer das billigste Zimmer (in diesem Fall ein 8-Bett Zimmer für $23) und wenn die Zimmer voll sind kriegen wir dann für den gleichen Preis ein kleineres Zimmer (in diesem Fall ein 4-Bett Zimmer, in dem nur 3 Leute waren, für $23). Am Donnerstagmorgen haben wir dann ausgecheckt und sind zur Touri Info gelaufen und haben erfahren, dass auch wir als junge 20-jährige Mädels Autos mieten können. Es ist zwar teurer als normal, aber es geht!! Und gebucht! Es war die beste Entscheidung, die wir in Tasmanien gemacht haben! Wir konnten nur einen Fahrer eintragen lassen (der andere hätte 67Dollar mehr gekostet, wir sparen) und wir (oder ich?) haben Stella ausgesucht. Sie hat es auch prima gemeistert und ich war Navigator. Am ersten Tag sind wir bis nach Launceston gefahren. Während Hobart im Süden Tasmaniens liegt, ist Launceston weiter im Norden. Auf dem Weg haben wir Ross angeschaut. Ein total tolles kleines Dorf mit alten Häusern und Bäckereien. Fast ein bisschen europäisch. In Launceston haben wir dann den größten Stadtpark überhaupt gesehen. Es handelt sich dabei um riesige Berge und Klippen und dazwischen ein großer Fluss, der wasserfall-ähnlich in ein Tal fließt und dort zum kostenlosen Swimming Pool wird. Zwischendrin gibt es ein paar Wanderwege. Ihr müsst euch das Ganze wirklich riesig vorstellen!

Irgendwo außerhalb von Launceston haben wir am Straßenrand dann übernachtet. Im Kofferraum von unserem Mietauto „Charlie the Sheen“ (nein, der Name hat keinen Sinn, er ist nur cool). Unser lieber Autovermieter hat uns Isomatten, Kissen und Decken gegeben und zusammen mit unseren Schlafsäcken gab es dann ein ganz annehmbares Bett. Kalt war es trotzdem. Es kühlt ja mittlerweile nachts so auf 8-10° ab. Am Freitagmorgen haben wir den Tierpark in Launceston besucht. Dort haben wir ganz, ganz viele Tiere Australiens und noch mehr bestaunt. Wir haben Kängurus, Wombats und Papageien gesehen. Beim Koala waren wir gerade als geputzt wurde und so durften wir ins Gehege und ihn streicheln und Fotos machen. Bei den tasmanischen Teufeln waren wir auch bei der Fütterung dabei. Die kleinen Viecher sehen sooo süß aus und sind so gefährlich. Die haben ein 20mal stärkeres Gebiss als ein Pitbull – fast so stark wie ein Krokodil. Die fressen Kängurus und zwar mit Fell und Knochen! Die sind krass drauf. Nach dem Tierpark sind wir dann in Richtung Westen gefahren und nach unendlich vielen Bergen und Kurven auch im National Park dort angekommen. Lake Dove und die Cradle Mountains sind hier die Hauptattraktionen. Die Cradle Mountains sind ziemlich hohe, gezackte Berge, die uns irgendwie an einen Drachenrücken erinnert machen. Und der Lake Dove liegt davor und ist wunderbar klar und spiegelig (gibt es das Wort? Ich meine, dass er eine Spiegel Oberfläche hat). Gegen Nachmittag haben wir dort eine ca. 2 stündige Wanderung gemacht. Wir sind zum Wombat Pool, ebenfalls ein kleiner See und eine Weile am Dove Lake entlang. Wir konnten auch einen tollen Sonnenuntergang beobachten. Tasmanien liegt nämlich ziemlich weit im Süden und nach der Uhr Umstellung geht die Sonne schon so gegen 6 unter. Kurz danach ist es dunkel, deswegen war für uns meisten schon so gegen 8 oder 9 Schlafenszeit (Nachdem wir mindestens zwei Stunden im Auto lesend oder Dexter-schauend verbracht haben). Genauso auch an dem Abend. Problem war, dass wir schon ganz schön hoch in den Bergen waren: Die Nacht war ARSCHKALT!

Die Wecker stand für den nächsten Morgen auf 7 Uhr. Warum? Weil wir den Cradle Mountain besteigen wollten! Wir sind auch wirklich in der frühen Kälte aufgestanden. Also ich hab’s gemacht, sonst hätte Stella sich nie aus dem Schlafsack gequält. Um 8 standen wir dann bereit dort, wo uns der Shuttle Bus abgeholt hat. Wir wollten nicht unser Auto mit den Wertsachen irgendwo unbeobachtet parken. Wir sind mit einem guten Tempo losgewandert und waren auch schon recht schnell auf einer guten Höhe. Das Wetter war prima, die Sonne hat ordentlich gebratzelt (zum Glück haben wir Sonnencreme benutzt) und der Weg war wunderschön mit tollen Aussichten. Das Beste waren aber die letzten 1,5h bevor wir auf der Spitze waren: Wir mussten einen Geröllhang hochklettern. Mit Geröll meine ich aber nicht kleine Steine, sondern riesige, große Steine, wie von einer großen Steinlawine. Ungefähr so groß wie die im Felsenmeer, falls ihr das kennt, nur nicht so fest und bewachsen, sondern eher lose und wackelig. Es war also richtig spannend und es ging auch gut in die Tiefe. Oben angekommen hatten wir den besten Ausblick überhaupt. Das Hochklettern hat schon so saumäßig Spaß gemacht und dann ist es oben auch noch so super. Wir hatten also sehr gute Laune und waren glücklich, dass wir es gemacht haben. Beim Runterklettern ging es dann weiter – ebenfalls sehr spaßig. Doch dann lagen noch ca. 400 Höhenmeter vor uns bei denen es immer wieder steil bergauf und bergab ging, bis man schließlich unten am Lake Dove war. Schon vor 3-4 Wochen, als ich das Tongariro Crossing in Neuseeland gemacht habe, hatte ich beim runter Laufen ziemlich Probleme mit meinen Knien. Und jetzt war es noch viel schlimmer. Immer wenn Stufen kamen, habe ich gedacht ich sterbe vor Schmerzen in meinem linken Knie. Manchmal habe ich gedacht, ich breche zusammen, aber irgendwie habe ich doch immer wieder die Zähne zusammen gebissen und bin dann schließlich unten angekommen. Beim geradeaus laufen hat mein Knie dann auch ziemlich weh getan. Ich war ziemlich verzweifelt. Insgesamt ging unsere Wanderung knapp 6 Stunden. Fazit war: GEIL! Wenn man vom Knie absieht. Am Abend sind wir noch bis zurück nach Launceston gefahren. Die haben nämlich nicht nur einen tollen Stadtpark mit Swimming Pool sondern auch einen tollen Stadtpark mit Swimming Pool und kostenlosen DUSCHEN! Und da wir ja jetzt wieder Camper und Auto-Wohner sind, müssen wir auch mal wieder duschen schnorren. Die Dusche war nur lauwarm und die Nacht im Auto, mal wieder, kalt. Als das und das viele Laufen hat meinem Knie nicht zur Heilung verholfen, trotz meiner tollen Salbe.

Die Tiere aus dem Tierpark haben wir mittlerweile total oft schon „live“ gesehen. Wombats (Teddybären auf vier Beinen- sie sind sooo süß!) wackeln gern mal über die Straße und leider sieht man sie auch oft tot am Straßenrand. Auch Kängurus stehen und hüpfen überall rum. Man denkt immer so, dass die Känguru Schilder, die man als „typisch Australisch“ ansieht, Unsinn sind, aber das sind sie nicht. Sie sind sogar sehr sinnvoll, denn die Tierchen hüpfen echt zu jeder Tageszeit durch die Gegend und über die Straße. Auch die findet man oft am Straßenrand. Und dann gibt es noch Possum ähnliche Tiere. Die sind nicht ganz so hässlich wie die neuseeländischen Possums, aber scheinbar genauso doof: Auch oft platt auf der Straße.

Am Sonntag sind wir entlang der Ostküste – schöne Strände! – wieder Richtung Süden gefahren. Diesmal saßen wir die meiste Zeit im Auto und schon geht’s meinem Knie besser. Meine Sorgen waren weg und ich habe den Tag genossen. Es war wieder schön sonnig und warm. Gegen Abend kamen wir auf einer Halbinsel an, die die höchsten Klippen Australiens haben soll: „Tasman Peninsula“. Und so sah es auch aus: Es war einfach wunderschön! Wir konnten alles im Abendrot sehen und noch einen tollen Sonnenuntergang am Meer beobachten. Ein schöner letzter Abend auf Tasmanien. Am Montagmorgen sind wir noch ein bisschen kreuz und quer über die Halbinsel dort gedüst. Haben uns eine Höhle angeschaut (Es ging bestimmt 100 Treppenstufen in die Tiefe – AUTSCH mein Knie!) und sind schließlich zurück nach Hobart um um 12h mittags unseren Charlie beim Autovermieter abzuliefern. Der Rest vom Tag wurde gammelig im Cafe und in unserem Hostel von unserer ersten Nacht verbracht. Gegen Abend war unser Flug angesetzt. Da wir eh nichts gemacht haben den ganzen Tag waren wir noch voller Energie, ich glaube, das war ein Fehler. Das Shuttle zum Flughafen brauchte fast eine Stunde statt 25min. Wegen Stau. Wir hatten schon Angst unsern Flieger zu verpassen. Hat aber alles noch geklappt. Der Flieger hatte nämlich selbst 40min Verspätung. Danke, Tiger Airways. Zu spät kamen wir dann in Melbourne an, mit dem Gedanken, dass wir vielleicht keine Züge mehr kriegen. Nach einer 10-minütigen Busfahrt nach Broadmeadows, einer 30-minütigen Zugfahrt in die Innenstadt in die Flinders Street und einer weitern 30-minütigen Zugfahrt nach Ivanhoe und einem 20-minütigen Laufweg zu Erin’s Haus waren wir dann ENDLICH gegen halb eins nachts da. Wir hatten schon Angst, dass uns niemand aufmacht. Völlig unbegründet: Da ging noch voll die Party! Singstar-Abend. Mark, Erin und Tija hatten zusammen mit zwei anderen Mädels, eine davon ein Geburtstagskind, schon ein paar Flaschen Wein geleert und es war noch ziemlich spaßig. Wir wurden auch mit Wein und Tee versorgt und durften unsere Gesangskünste auf den Tisch bringen. Witzig war’s ;-) Gegen 2 Uhr nachts hat sich dann die Horde verabschiedet und wir konnten endlich ins Bett fallen.

Der Dienstag war ruhig: Schlafen, duschen, packen und langsam Richtung Airport fahren.

19.4.11 02:06
 


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